Zenica-Austausch 2016

Bereits seit 2012 pflegen die Falken und Jusos einen regen Kontakt zum Forum Mladih in der bosnischen Partnerstadt Zenica. Auch in diesem Jahr wurde wieder ein Austausch organisiert. Zehn junge Genoss*innen waren eine Woche lang zu Besuch in unserer Stadt und hatten dabei mit den Gelsenkirchener*innen ein straffes Programm. Neben einer Besichtigung der Spielstadt im Paul-Loebe-Haus, der Stauder-Brauerei und der ZOOM Erlebniswelt gab es auch eine kurze Visite bei Bürgermeisterin Martina Rudowitz im Hans-Sachs-Haus. Hier ging es um die aktuellen Herausforderungen in der Stadtpolitik und um die Städtepartnerschaft zwischen Gelsenkirchen und Zenica.

An verschiedenen Workshop-Tagen wurde über einige Themen informiert, diskutiert und auch einiges geplant. So spielten die Themen Jugendarbeitslosigkeit, AntiFa, Geflüchteten-Arbeit und Europa eine große Rolle. Es konnten einige Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede gefunden werden. Während in Deutschland an einigen Stellen ein Fachkräfte-Mangel droht, finden gut ausgebildete junge Menschen in Zenica nur schwer einen Arbeitsplatz. Gerade in der Pflege gibt es in der Partnerstadt eine gute Ausbildung – in Gelsenkirchen werden immer dringender Pflegekräfte gesucht. Hier könnte die Partnerschaft beiden Seiten helfen, sodass Falken, Jusos und FOM vereinbart haben, eine kleine internationale Jobbörse zu realisieren.

Nationalismus ist in beiden Ländern im Aufschwung. Während in Deutschland die Hetze von AfD und Co. große Erfolge feiert, gibt es auch in Bosnien-Herzegovina einige Probleme: Denkmäler gegen Rassismus werden geschändet oder sogar zerstört und in den Schulen geht es oft sehr selektiv zu: Ein gemeinsamer Unterricht von Kindern aus verschiedenen Nationen des ehemaligen Jugoslawiens gibt es oft nicht. Ein gemeinsames Festival, Workshops und verschiedene Aktionen gegen Rassismus und Nationalismus wollen die drei Partnerorganisationen zusammen in Angriff nehmen.

Beeindruckend fand ddie bosnische Delegation auch die ehrenamtliche Arbeit in der Geflüchteten-Hilfe. Die zahlreichen Angebote von Sprachkursen, über Spenden-Organisation, Sport-, Spiel- und Kinder-Gruppen, Beratungsangebote und Sprechstunden seien vorbildlich. Beim Backen zusammen mit Geflüchteten gab es auch viel Gesprächsmöglichkeiten.

Viel diskutiert wurde auch zum Thema Europa. Was bedeutet der Brexit? Ist Bosnien-Herzegovina bereit für eine Aufnahme in die EU? Warum ist die EU zur Zeit so unbeliebt? Jede Menge Fragen, denen auf den Grund gegangen wurden. Klar für alle ist, dass die EU nicht eine Interessensgemeinschaft der Privatwirtschaft sein darf, sondern vor allem aus sozialer Sicht gedacht werden muss.

Zum Abschluss am Montag abend wurde nicht nur auf die vergange Woche geschaut, sondern auch schon eine erste Planung für den Rückaustausch im kommenden Jahre vorgenommen. 2017 sollen dann wieder zehn junge Gelsenkirchener*innen nach Zenica reisen. Der Kontakt bis dahin soll aber nicht abreißen. Bis dahin wird es auch weiterhin regelmäßig Skype-Schalten geben. Die nächste ist für den 13. November geplant.