Ohne Moos nix los?! Für sofortige Maßnahmen gegen Kinderarmut

Anlässlich des morgigen Welttags für die Beseitigung der Armut (17.10.2014) weisen die Falken Gelsenkirchen auf den Anstieg der Kinderarmut auch in Deutschland hin. Laut einer aktuellen Studie des Deutschen Gewerkschaftsbunds leben zur Zeit fast zwei Millionen Kinder in Haushalten, die auf Arbeitslosengeld II angewiesen sind. In Gelsenkirchen ist jedes zweite bis dritte Kind davon betroffen. Damit wird wieder einmal deutlich: Kinderarmut ist Elternarmut!

Sebastian Kolkau, Vorsitzender der Gelsenkirchener Falken kommentiert: „Es ist erschreckend, dass trotz der sowieso schon hohen Zahlen, die aktuelle Betroffenheit weiter steigt. Obwohl Deutschland als stärkste Wirtschaftsmacht in Europa kaum von der weltweiten Krise betroffen ist, leiden immer mehr Kinder unter Armut und sind so von gesellschaftlicher Teilhabe ausgeschlossen.“

Die DGB-Studie weist auf den Zusammenhang zwischen finanzieller und sozialer Armut hin. Auch Bildungschancen werden durch Aufwachsen in Armut geschmälert und insgesamt wird subjektive Lebenszufriedenheit durch Armutserfahrungen beeinträchtigt. Lebenszufriedenheit und ein positives Selbstbild sind aber entscheidende Faktoren für die Bewältigung von Problemen im ganzen Lebensverlauf.

Dilara Zencir, Vorsitzende der Gelsenkirchener Falken, betont: „650 000 Kinder unter 15 Jahren sind vier Jahre oder länger auf Arbeitslosengeld II angewiesen. Die DGB-Studie betont, dass die negativen Folgen von finanzieller und sozialer Armut immer stärker werden, je länger die Armut andauert. In diesem Jahr feiert die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen ihr 25-jähriges Bestehen. Die Studienergebnisse zeigen sehr deutlich, dass die Bundesrepublik noch einen langen Weg vor sich hat, wenn es darum geht, Kindern eine gleichberechtigte Teilhabe zu ermöglichen. Wir Falken bieten jungen Menschen Freiräume, in denen ein solidarisches Miteinander unabhängig vom Geldbeutel erlebt werden kann.“

Die Gelsenkirchener Falken begrüßen und unterstützen die Forderung des DGB nach einem Aktionsprogramm für Haushalte mit Kindern im Hartz-IV-Bezug. „Doch das ist nicht genug. Armut ist kein individuell verschuldetes, sondern ein gesellschaftliches Problem!“, so die beiden Vorsitzenden weiter.

Daher fordern die Falken bundesweit:

  • Die Anhebung des ALG II-Satz für Kinder auf das Niveau von Erwachsenen
  • Ferienjobs von Jugendlichen nicht auf das Familieneinkommen durch ALG II anrechnen
  • Ein Bildungssystem, das die soziale Spaltung nicht weiter zementiert
  • Eine ausreichende und verlässliche Förderung der Jugendverbandsarbeit