„Wehret den Anfängen!“

Demokratische Initiative verurteilt antisemitische Äußerungen

Die Demokratische Initiative (DI) Gelsenkirchen – ein breites überparteiliches Bündnis von 23 Organisationen, Parteien, Jugend- und Wohlfahrtsverbänden in der Stadt, zu der auch die Falken gehören, unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Frank Baranowski – verurteilt auf das Schärfste die antisemitischen Äußerungen und Handlungen, die in den vergangenen Tagen während einiger Demonstrationen gegen die israelische Politik im Gazastreifen zu hören und zu sehen waren.

Aus der Sicht der DI ist das Entsetzen, gar die Angst von jüdischen Mitbürgern unserer Stadt angesichts der hasserfüllten Äußerungen bei diesen Veranstaltungen nachvollziehbar.

Selbstverständlich hat jede Bürgerin und jeder Bürger das grundgesetzlich verbriefte Recht, gegen die Politik eines Staates wie z.B. Israel zu demonstrieren.

Unerträglich wird es jedoch, wenn solche Demonstrationen dazu genutzt werden, dass in unserer Heimatstadt wieder Menschen auf der Straße offen zur Verfolgung, gar Vernichtung von Juden aufrufen.

Die in der Demokratischen Initiative zusammengeschlossenen Organisationen eint die Auffassung, dass jede Art von Antisemitismus und Rassismus ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellt. Die DI weiß sich im Konsens mit allen Demokraten in unserer Gesellschaft, dass Aufrufe zu Gewalt gegen Juden unter keinen Umständen zu dulden sind.

Eingedenk der deutschen Geschichte mit ihren unfassbaren Verbrechen ist es unsere Pflicht, uns solidarisch an die Seite unserer jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger zu stellen.

Die DI wird auch in Zukunft alles Erdenkliche tun, um altem, aber auch neuem Antisemitismus entgegenzuwirken. Dabei ist jedoch die Unterstützung der Bevölkerung unabdingbar.

Die Demokratische Initiative ruft daher die Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchener dazu auf, nicht denjenigen auf den Leim zu gehen, die außenpolitische Konflikte zum Anlass und Vorwand nehmen, im eigenen Land, in der eigenen Stadt Hass und Gewalt gegen einzelne Religionsgruppen zu säen. Die Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchener sollten sich wie bisher auch weiterhin allen Ansätzen von pauschalen Diffamierungen, antisemitischen und rassistischen Tendenzen in aller Entschlossenheit entgegen stellen. Denn in Gelsenkirchen ist Platz für alle Religionen, alle Ethnien, alle Menschen – außer für die, die andere herabwürdigen, bedrohen oder gar angreifen!