Gelsenkirchen bunter gemacht: Streetart-Initiative zieht positive Zwischenbilanz

Seit 2012 gibt es unter dem Dach der Gelsenkirchener Falken und des Jugend-Kultur-Zentrum Spunk die streetart-Initiative, in der sich neben ehrenamtlichen Falken auch zahlreiche junge Graffiti-Künstler engagieren. „In den letzten gut 2 1/2 Jahren konnten wir in Gelsenkirchen wirklich viel bewegen“, resümiert Jan Dworatzek die Arbeit der letzten Zeit. „Gelsenkirchen spielte in der Graffiti-Szene keine große Rolle. Das ändert sich nun nach und nach. Dazu beitragen konnten zahlreiche Workshops für Nachwuchskünstler*innen, viele Projekte und Graffiti-Jams.“, so Dworatzek weiter.

„Graffitis werden oft negativ gesehen und nicht als Kunstform wahrgenommen. Hier konnten wir doch einiges am Image verbessern. Die Gestaltung der Übersee-Container auf dem Hugo-Gelände, zahlreiche Stromkästen in der Gelsenkirchener City, Wände an der Gesamtschule Ückendorf, dem Jahnbad, dem Jahnstadion und diverser Garagen haben dazu beigetragen, dass Graffitis nun deutlicher positiver aufgenommen werden“, findet Sebastian Kolkau, Vorsitzender der Gelsenkirchener Falken.

Deutlich wird die Veränderung des Graffiti-Images auch in der Politik: Eine Anfrage im Ausschuss für Kultur und Tourismus wurde positiv aufgenommen und ermöglicht die Nutzung einiger Flächen an Schulen und anderen städtischen Wänden. Und auch im privaten Bereich tut sich viel: „Mittlerweile kann sich die Streetart-Initiative kaum noch retten vor Anfragen zur Gestaltung von Garagen und Wänden im Stadtgebiet.“, so Jan Dworatzek.
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Kein Wunder also, dass die engagierte Truppe auch weiterhin am Ball bleibt. So wurde vor Kurzem eine Fanseite bei facebook eingerichtet (http://www.facebook.com/streetartIniGE), die innerhalb weniger Tage schon rund 200 ‚Likes‘ zusammen hat und auch eine Internet-Seite ist in Arbeit, auf der die bisherige Arbeit präsentiert werden soll, Graffiti-Flächen zum Üben vorgestellt und Workshop und Jams beworben werden sollen.

Aber auch auf der Straße geht es weiter: Es laufen Gespräche für neue Flächen in Resse, rund um das Hallenbad und der alten Polizeiwache in der Gelsenkirchener Innenstadt, einer Turnhalle und einem Garagenhof in Beckhausen und auch weitere Stromkästen sollen einen neuen Anstrich erhalten.

Die nächsten Events und Workshops in diesem Jahr sind auch schon terminiert: Am 27. Juli geht es in Gladbeck bunt zu: Im Schürenkamp-Tunnel findet der „Pott Wall-Graffiti-Jam“ statt. Hier können Graffiti-Künstler*innen eigene Flächen gestalten und bekommen von der Streetart-Initiative dazu kostenlos Dosen gestellt. Am 30. August wird es dann den nächsten Jam geben: Diesmal an der Wall im Nordsternpark.

Nachwuchs-Künstler*innen, die ihre ersten Schritte in der Graffiti-Kunst gehen möchten, sollten sich folgende Termine merken: 6. und 7.9. im Spunk, 27.9. im Consol-Park, 4. und 5.10. im Spunk, sowie den 8. und 9.11. im Spökes.

Ein großer Wunsch ist bisher aber noch nicht in Erfüllung gegangen: „Eine schöne und große ‚Wall of fame‘ in Gelsenkirchen ist noch eines unserer großen Ziele. Ein lange, relativ glatte und gerade Wand, an der jede*r hin kann und einfach sprayen – das wäre noch was“, wünscht sich die Initiative. Bei so viel Engagement wird das vielleicht auch noch in den nächsten Monaten klappen. Zu Wünschen wäre es auf jeden Fall.