Lass mich mal in Ruhe! – Recht auf Freizeit

Immer mehr Kindern, Teenies und Jugendlichen geht es mies: 39% der Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren beschweren sich, dass sie keine Zeit zum Spielen haben (Marktforschungsinstitut iconkids & youth), 72% aller Kinder zwischen acht und zehn Jahren leiden mehrfach in der Woche an Erschöpfungssyndromen (Forschungsergebnis von Lohaus und Klein-Heßling) und mehr als jedes dritte Kind gibt an häufiger Bauchschmerzen zu haben – ein Zeichen für „Kinder-Burnout“.

Wer sich Tagesabläufe von Kindern ansieht, wird das nicht verwundern: Schule bis in den späten Nachmittag, dann Sportverein, Musikunterricht, Nachhilfe, English for Kids, für die Schule oder das Instrument üben. Bei diesem Wochenplan bleibt keine Zeit mehr zum Spielen oder einfach auch mal Nichts tun.
Aber auch Teenies und Jugendliche selbst setzen sich häufig selbst unter Stress: Gerade Smartphones mit Flatrates führen durch die ständige Erreichbarkeit zu Stresssituationen und sogar Depressionen bei Jugendlichen, so das Ergebnis einer Studie aus Schweden.

Auch im Jugendheim ist einfach mal Abschalten schwieriger geworden: Die finanzielle Ausstattung von Jugendeinrichtungen ist mies. Viele Förderungen von Kommunen, Ländern, Bund und Europa sind immer stärker auf Projektarbeit ausgelegt statt auf Strukturen. Entsprechend hat sich die Arbeit in den Jugendeinrichtungen gewandelt: Immer mehr Projekte müssen realisiert werden, damit es finanziell klappt. Das Ergebnis: Kinder, Teenies und Jugendliche müssen immer stärker motiviert werden sich an den Projekten und Wettbewerben zu beteiligen, damit eine Jugendeinrichtung gut dasteht und finanziell über die Runden kommt. Somit nimmt auch in Jugendeinrichtungen die Möglichkeit ab einfach mal abschalten zu können.

Einfach mal ich sein… Einfach mal abschalten
Dabei ist Nichts tun und mal Langeweile haben wichtig für die Entwicklung von Kindern und Teenies. Kinder, Teenies und Jugendliche brauchen Zeit, die sie selbst gestalten können. Nichts tun regt die Fantasie an und Langeweile führt auch zum Willen was Neues auszuprobieren und zu entdecken. Darauf weisen viele Sozial- und Familienforscher hin.
Daher fordern wir Falken das Recht auf’s Nichts tun für Kinder, Teenies und Jugendliche! Wir fordern ausreichend Ruhe-Räume: Zu Hause, in der Schule und im Jugendheim.

– Schule bis 16 Uhr? Aber nur mit genug Raum für Nichts!
Der Schul-Alltag hat sich geändert: Schule bis 16 Uhr zwingt die SchülerInnen bis in den späten Nachmittag am Unterricht oder an AG’s teilnehmen zu lassen – eine wirkliche Ruhezone, um die verschiedenen Situationen in der Schule verarbeiten zu können, gibt es nicht. Daher fordern wir Falken im Ganztag der Schulen bewusst Freiräume in den Stundenplänen einzubauen.

– Mama, Papa, lasst mich mal in Ruhe!
Viele Kinder und Teenies sind genervt von den vielen Terminen, die zu Hause auf sie warten. Ambitionierte Eltern wollen ihr Kind fördern. So geht es in die Musikschule, zum Sport, zur Nachhilfe oder anderen Institutionen. Eine Förderung von Kindern ist natürlich sinnvoll und lobenswert – man darf jedoch nicht übertreiben. Wir Falken wollen Kindern, Teenies und Jugendlichen dabei unterstützen für ihre freie Zeit zu kämpfen. Das Recht auf Freizeit soll in unseren Einrichtungen eine Rolle spielen und eine Postkarten/Plakat-Aktion unter dem Motto „Lass mich mal in Ruhe! – Recht auf Freizeit“ realisiert werden.

– Ich geh‘ ins Jugendheim und mache mal nix
In unseren Einrichtungen wollen wir Ruhe-Zonen schaffen, in denen Kinder, Teenies und Jugendliche Raum zum Nichts tun haben. In diesem Raum gibt es keine Handys, keine laute Musik, kein Geschrei und keine nervigen Ansprachen. Mit diesem Ruhe-Zonen soll das Recht auf Nichts tun unterstrichen und auch praktisch umgesetzt werden.

– Nichts tun fördern
Wir Falken fordern Kommunen, Land, Bund und Europa dazu auf Nichts tun besser zu ermöglichen. Projektförderung ist sinnvoll und macht oft auch Spaß. Projektförderung darf aber nicht auf Kosten von Strukturen gehen. Nichts tun können ist wichtig. Wir fordern daher eine bessere Förderung der Grundstrukturen von Kitas, Schulen und Jugendeinrichtungen, die nicht zur exzessiven Projektarbeit zwingt, sondern auch Raum zum Nichts tun lässt.